Firmengeschichte

 

Am Anfang der Firma Eiselin Sport stand das Bergsteigen und Skitourenfahren, das Klettern in Fels und Eis des damals 22-jährigen Kriensers Max Eiselin, der auch heute noch von dieser Leidenschaft nicht lassen kann.

 

Nicht abfinden hingegen konnte er sich vor fünfzig Jahren mit der Tatsache, dass das Sortiment in Bergausrüstung damals in den Sportgeschäften eher mager war. Es gab noch keine Sportartikelmessen, und für die Sportartikelhändler wäre es mühsam gewesen, die Hersteller exklusiver Spezialausrüstung für den Fels- und Eisgeher auch nur ausfindig zu machen, geschweige denn deren Produkte zu holen. Diese Marktlücke hat dem jungen Krienser den Start als Sportartikelhändler gewaltig erleichtert.

 

Denn als aktiver Alpinist war er zugleich Ausrüstungsspezialist aus Liebe zur Sache und kannte das "Know how" um an die attraktivste Ausrüstung heranzukommen.

 

Beim Klettern in den Dolomiten entdeckte er für die damalige Zeit besonders pfiffige Felshaken und fand dann auch die Werkstatt am Comersee, wo sie vom berühmten Kletterer Riccardo Cassin hergestellt wurden. In den Aiguilles von Chamonix lernte er die - damals einzigen auf dem Markt befindlichen - Aluleichtkarabiner kennen. Sie stammten von Pierre Allain aus Paris. Dann erfuhr er, dass Ralling im Stubaital besonders gute Eispickel und Horeschowski in Wien einen berühmten Pickelhammer anfertigte, und dass die renommierten Leichtsteigeisen von einem Père Grivel in einer altertümlichen, kleinen Schmiede im Aostatal in mühsamer Handarbeit hergestellt wurde.

 

Wer dachte, man könne diesen Handwerkern einfach schreiben und sie würden einem dann postwendend ein Päckli mit ihrer Ware drin schicken, irrte sich. Sie waren nicht dafür eingerichtet, ihre Produkte langwierig zu verpacken oder gar Exportformalitäten zu erledigen. Wer ihre - gefragte - Ware wollte, musste persönlich hingehen und sie selbst verpacken und sie gleich auch bar bezahlen. Das war Max Eiselin gar nicht so unsympatisch, kam er auf diese Weise doch mit seiner "NSU Max" zu manch schöner Motorradfahrt, an die sich seine Bergkameraden noch heute gerne erinnern und die sich meistens auch mit einigen Bergtouren kombinieren liessen.

 

Die wichtigste Marktlücke jedoch bestand darin, dass in den Sportgeschäften nur Hanfbergseile erhältlich waren. Bestandene Bergsteiger warnten vor den "Gefahren" der neuartigen Nylon- und Perlon-Seile, junge Kletterer hingegen brannten darauf, sich aus dem Ausland eines besorgen zu können. Als bekannt wurde, dass in Kriens solche Perlonseile zu haben sind, sprach sich dies in Windeseile herum, und Eiselin musste um Mangel an Kunden nicht besorgt sein, obwohl er damals noch gar kein Sportgeschäft besass, sondern die begehrte Ausrüstung in der Wohnung seiner Eltern unter dem Sofa stapelte.

 

Aber bei den jungen Schweizer Bergsteigern blieb es nicht nur beim Wunsch nach einem Perlon-Bergseil. Als 1956 erstmals auch Schweizer Alpinisten die Erstbesteigung eines Achttausenders, des Lhotse, gelang und während derselben Expedition gleich auch noch der Mount Everest zweitbestiegen wurde, wuchs in manch jungem Bergsteigerherzen der unbändige Wunsch, sich auch einmal an einem möglichst hohen, unbestiegenen Gipfel zu messen. Doch war die Chance, von irgend einer Expedition als Teilnehmer eingeladen zu werden, gleich null.

 

Da nahmen der junge Bergausrüstungsliebhaber aus Kriens und seine Kameraden das Heft selbst in die Hand. Sie wollten den noch unbestiegenen Achttausender Dhaulagiri in Angriff nehmen. Ungeschickt war lediglich die Tatsach, dass keiner von ihnen auch nur annähernd über genügend Taschengeld für ein solches Unternehmen verfügte. Doch erfolgreich bettelten sie die gesamte Ausrüstung zusammen. Nach dem Grundsatz "dem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul" wurde das verwendet, was man gratis erhielt und auf besseres, das man hätte bezahlen müssen, verzichtet. Den wichtigsten Beitrag leisteten zahlreiche Redaktoren der Schweizer Presse, denn sie verhalfen der mittellosen Expedition zum dringend benötigten Bargeld, indem sie deren Aktion "Grusskarten aus dem Basislager" im Gegengeschäft gegen einen bebilderten Expeditionsbericht veröffentlichten. Als dann die Stanser Flugzeugwerke gar noch den Prototypen ihres "Pilatus Porter" beisteuerten, war die Expedition dieser Habenichts von Bergsteigern vollends saniert.

 

Und sie hatten Glück: der Dhaulagiri (8222 m), dieser zähe Brocken von Achttausender, an dem sich schon so viele Expeditionen vergeblich "die Zähne ausbissen", wurde endlich bestiegen: am 13. Mai 1960 (einem Freitag!) gelang der 13-köpfigen Expeditionsmannschaft die Erstbesteigung des 13. Achttausenders. Der "Pilatus Porter - auf den Namen "Yeti" getauft - stürzte während der Expedition zwar ab (glücklicherweise ohne Personenschaden) und liegt noch heute in einer Geröllhalde auf 5000 m ü.M. Eine Gruppe "Yeti-Fans" bemüht sich heute, die Überreste des Flugzeuges zurück in die Schweiz zu bringen - und einige Teile sind bereits im Verkehrshaus Luzern angelangt. Kurz vor dem Absturz gelang den beiden - heute legendären - Piloten Ernst Saxer und Emil Wick ein Höhenweltrekord, der auch heute (nach 44 Jahren) noch ungebrochen dasteht: Landung und Start auf dem 5650 m hohen Dhaulagiri Nordostsattel.

 

Die erfolgreiche Dhaulagiri-Expedition, die durch Max Eiselin organisiert und geleitet wurde, hatte Signalwirkung: die Zahl junger Alpinisten, die sich den Wunschtraum eines Weltberges erfüllen wollten, schwoll gewaltig an. Die Anfragen bei Eiselin Sport, nicht nur Eispickel und Rucksäcke zu verkaufen, sondern auch für den Sport selbst etwas zu unternehmen, wurden immer zahlreicher. Nach Skitouren auf den Mount McKinley, auf die Viertausender des Hohen Atlas (Marokko) und im Kaukasus (mit dem Elbrus 5642 m übrigens das höchste Gebirge Europas!) sowie nach Trekkingreisen und Expeditionen auf Sechs- und Siebentausender folgte dann - endlich - ein Achttausender. Es war wiederum der Dhaulagiri (inzwischen auf 8167 m geschrumpft), der - auf den Tag genau 20 Jahre nach der Erstbesteigung - am 13. Mai 1980 von einer Eiselin Sport-Expedition, unter Leitung des Berner Filialleiters Hans von Känel bestiegen wurde.

 

Seit der Expedition von 1960 hat sich auch wirtschaftlich einiges im Expeditionsbergsteigen verändert. Kostete damals ein Achttausender je Person rund 25'000 Franken, so kommen wir heute, nach 34 Jahren, noch auf rund 11'000 Franken. Berücksichtigt man dazu noch die viel höheren Löhne von heute, so betragen die Kosten nur noch etwa 9% von damals! Ganz abgesehen vom Zeitaufwand, denn damals reiste man aus Kostengründen noch mit dem Schiff nach Bombay, dann auf dem Landweg durch Indien, und in Nepal wurden anschliessend die heutigen Flugstrecken zu Fuss zurückgelegt.

 

Auch in Zukunft wird Eiselin Sport qualitativ hochwertige Ausrüstung für Bergsteiger und Skifahrer in seinem Sortiment pflegen. Und natürlich - als weltweit älteste Trekking- und Expeditionsfirma - auch weiterhin, in Zusammenarbeit mit dem DAV Summit Club - attraktive Trekking- und Expeditionen sowie Touren und Kurse in der Schweiz anbieten.

 

Die zweite Generation dieses Familienbetriebes steckt ebenfalls viel Freude und Energie in das Sportgeschäft und als begeisterte Snowboarder waren sie unter den ersten, die Snowboardtouren in Angriff nahmen. Nun bietet Eiselin Sport nebst den vielen Skitouren und -Kursen auch solche für Snowboardeinsteiger und Fortgeschrittene an.

 

 

EISELIN SPORT Lörrach, Basler Strasse 126, D-79540 Lörrach, Tel. +49 (0)7621 167 640, eiselin-sport-loerrach(at)gmx.de